Welche Lebensmittel haben im Februar Saison?

Mario Lemberger

15. Februar, 2020

Wächst im Februar überhaupt Gemüse? Klar!
Zwar ist das Angebot gerade zu Beginn des Jahres begrenzt, aber man bekommt durchaus auch im Winter frisches Gemüse. Wer hätte das gedacht! Aber warum soll man eigentlich saisonale Produkte essen, was nützt das? Und welche Lebensmittel haben jetzt gerade Saison?

Warum saisonale Lebensmittel toll sind

Ein sehr starkes Argument ist zunächst der Geschmack! Obst und Gemüse schmecken direkt nach der Ernte einfach wunderbar – je frischer, desto besser. Klingt logisch, oder? Obst und Gemüse enthalten direkt nach der Ernte auch am meisten Nährstoffe – saisonale Produkte bekommen viel Sonne ab und sind deshalb voller Vitamine und Mineralstoffe. Lange Lager- oder Transport-Zeiten verringern den Gehalt an wichtigen Mikronährstoffen maßgeblich. Darum tut man seinem Körper etwas ausgesprochen Gutes, wenn man saisonale Produkte zu sich nimmt.

Saisonale Produkte sind auch billiger! In der Saison gibt es meistens viel zu viel von dem aktuellen Gemüse und Obst, sodass es billiger angeboten wird. Zum einen spielt hier das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage eine Rolle – ein Überangebot an Tomaten sorgt natürlich auch dafür, dass Tomaten vorübergehend billiger verkauft werden müssen – zum anderen sind die Lagerkosten viel geringer, wenn ein Lebensmittel direkt vom Hof an die Theke kommt. Auch die Transportkosten fallen natürlich geringer aus, wenn die Erdbeeren nicht aus Spanien stammen, sondern vom Bauern im Nachbarort. Das alles wirkt sich dann auch auf deine Geldbörse aus – denn geringere Herstellungskosten haben immer auch Auswirkungen auf den Produktpreis.

Die Umwelt dankt den Kauf von saisonalen Lebensmitteln aber am meisten - Gemüse und Obst aus anderen Ländern sind natürlich eine schöne Sache, weil wir dank der Globalisierung immer auf unsere liebsten Vitaminbomben zurückgreifen können - aber oftmals gehen damit hohe CO2-Bilanzen einher: Bei längeren Transporten kommen Schiffe und Flugzeuge zum Einsatz, aber auch LKWs werden benötigt, um die Ware zum Zielort zu bringen. Um den Transport zu überstehen, werden die Lebensmittel mit Chemikalien behandelt, die oft mehr als bedenklich sind. Von dem Geld, das man dann im Supermarkt für das Produkt bezahlt, sehen die armen Bauern in den Entwicklungsländern auch nur sehr wenig.
Auch ein starkes Argument gegen Import-Gemüse bzw. Obst: In anderen Ländern gelten andere Regeln zum Anbau der Lebensmittel. Oft werden dort extrem gefährliche Spritzmittel gegen Insekten und andere Pflanzen genutzt, die der Umwelt dort erheblichen Schaden zufügen! Das kann so weit gehen, dass Tiere nach Kontakt mit den Feldern innerhalb kürzester Zeit verenden, aber auch Kinder und Erwachsene sind nicht vor den schädlichen Nebenwirkungen gefeit. Das Land zum Anbau wird den Anwohnern oft gewaltsam weggenommen. Nach ein paar Jahren chemischer Landwirtschaft werden die Felder meistens unbrauchbar und liegen brach, kein Grashalm kann mehr auf der ausgenutzten Erde wachsen.
Außerdem gab auf der Welt auch noch nie so viele Sklaven wie heute, noch immer werden Sklaven zur Feldarbeit eingesetzt und den schädlichen Pestiziden und Insektiziden schutzlos ausgeliefert.

Wenn man der Umwelt und den Menschen in anderen Ländern etwas Gutes tun will, kann man gerade beim Thema Ernährung viel bewirken. Die meisten Ackerflächen der Erde werden für den Anbau von Futter für die Massentierhaltung gebraucht. Wer also etwas weniger tierische Produkte wie Fleisch, Käse oder Milchprodukte zu sich nimmt, hilft auch schon mit. Weitere Lebensmittel mit sehr bedenklicher Umweltbilanz sind zum Beispiel Avocados, Palmöl, Mandeln, Lachs, Acai-Beeren und Goji-Beeren und auch Bananen.

Welche Lebensmittel haben jetzt gerade Saison?

Es ist Februar, also ist der saisonale Tisch verhältnismäßig nicht besonders reich gedeckt. Dennoch gibt es einige Leckerbissen, die genau jetzt darauf warten, gegessen zu werden.
Beim Gemüse gibt es aktuell:

  • Champignons
  • Grünkohl
  • Lauch
  • Pastinaken
  • Rosenkohl
  • Schwarzwurzeln
  • Topinambur
  • Wirsingkohl

Für Salat:

  • Chicorée
  • Feldsalat
  • Radicchio

Beim Obst hat im Februar leider nichts Saison. Aber du kannst zum Beispiel Äpfel problemlos für den Winter einlagern. Diverses anderes Obst kann getrocknet oder eingelegt werden und so auch im Winter verfügbar sein.

Beim Gemüse kannst du Kürbis, Butterrüben, Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Rotkohl, Steckrüben, Weißkohl und Zwiebeln für den Winter einlagern. Viele Gemüsesorten lassen sich auch gut einlegen oder so weiterverarbeiten, dass du auch im Winter gut mit ihnen versorgt bist.

Wo kauft man saisonale Produkte?

Am besten kauft man saisonales Gemüse und Obst direkt beim Bauern bzw. am Bauernmarkt. Dort findet man auch im Winter viele verschiedene eingelegte Gemüsesorten sowie Dörrobst. In der Saison findet man aber auch immer wieder im Supermarkt Stände, an denen Saisonales angeboten wird.


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