Was uns das Coronavirus für den Klimaschutz zeigt

Wie würde eine schnelle, koordinierte und kollektive Reaktion auf den Klimawandel aussehen?

Blue Monday

13. März, 2020

Wie viel könnten wir bewegen, wenn wir den Klimawandel nur ähnlich ernst nehmen würden, wie den Coronavirus?

COVID-19 hat uns erreicht. Die Zahl der Infektionen steigt. Eine Pandemie.
Weltweit werden Maßnahmen getroffen. Millionen Menschen befinden sich in Quarantäne, Mitarbeiter werden gebeten, von zu Hause zu arbeiten, Schulen werden zugesperrt.
Eine Situation, mit der wir alle nicht rechnen konnten. Doch alle haben erkannt, dass es sich hierbei um einen Notfall handelt. Die ganze Welt reagiert. Alle sehen die Möglichkeit, fatale Auswirkungen zu minimieren. Alle wollen verhindern, dass eine tödliche Krankheit zu einem dauerhaft anhaltenden Problem wird.

Doch was wäre, wenn wir den Klimawandel nur ähnlich ernst nehmen würden?
Vielleicht hätte man früher handeln sollen. Vielleicht hätte die chinesische Regierung viel früher etwas tun müssen, um zu vermeiden, dass sich der Virus in anderen Ländern verbreitet. Aber jetzt, wo es so weit ist, handeln Menschen auf der ganzen Welt. Regierungen und Bürger reagieren, blitzschnell werden Lösungen geschaffen, tägliche Gewohnheiten verändert. Genau das, ist für die Klimakrise nicht geschehen.

„Wir sehen, dass Regierungen in kürzester Zeit handeln, und Menschen ihr Verhalten ändern können“, so May Boeve (Geschäftsführerin der Climate Advocacy Group 350.org).
Genau das, wünscht sich die Klimabewegung von Regierungen und Menschen seit Jahren. Genau das wird gefordert, angesichts einer anderen Bedrohung- der Klimakrise- doch dazu sehen wir keine angemessenen Maßnahmen.“
“Jetzt sehen wir, dass es aber möglich ist, in kürzester Zeit, Ressourcen zu mobilisieren. Man kann sagen, dass es ermutigend ist. Daran haben wir aber jedoch nie gezweifelt.”

Man kann diese zwei Situationen gut vergleichen. In beiden Fällen warnen Experten vor einer Bedrohung. Die Wissenschaft rät uns, was wir am besten tun sollten.
In beiden Fällen geht es um die Gesundheit der Menschen. Weltweit.
Der Klimawandel hat viele Menschenleben durch Katastrophen gekostet.
Extreme Hitzewellen, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Schadstoffe in der Luft. Daran sterben jährlich Millionen von Menschen.
Die Ausbreitung anderer tödlicher Krankheiten, wie Malaria und Dengue-Fieber, könnte auch eingedämmt werden, würde man vermeiden, dass diese Mücken nicht in neue Regionen ziehen.
Die Gebiete, die weniger Mittel haben, sind am stärksten vom Coronavirus betroffen.
„Auch der Klimawandel trifft ressourcenarme Gebiete zuerst und am härtesten. Es ist dasselbe Muster. Es geht um die Reaktion der Menschen selbst, und wie sie mit Ungleichheiten umgehen“,so Boeve.

„Würde die Menschheit auf den Klimawandel so reagieren, wie auf den Coronavirus, würden die Dinge anders aussehen. Würden wir die, von der Wissenschaft ausgesprochene, Dringlichkeit ernst nehmen, würden die Dinge anders aussehen. Wir würden viele Probleme gleichzeitig erkennen“, sagt Boeve.

Regierungen würden handeln. Sie würden Mittel für den Aufbau der Infrastruktur bereitstellen, die für die vollständige Einführung erneuerbarer Energien erforderlich ist.
In der Theorie, ist eine Energieversorgung aus 100% erneuerbaren Energien möglich. Erneuerbare Energie ist zur Genüge da, leistbar und verfügbar.
Die Regierungen müssten nur für die nötigen Ressourcen aufkommen, um eine dementsprechende Infrastruktur aufzubauen. Genau diesen Notfallplan braucht es, um Menschen den Umstieg zu erneuerbaren Energien zu ermöglichen erleichtern.

Nach Waldbränden und extremen Überschwemmungen, würden wir die Notwendigkeit des Klimaschutzes erkennen. Die Entwicklung der Städte müsste anders aussehen, klimafreundlich gestaltet werden, ob Bauarten, Konstruktionsweisen oder verwendete Materialien.
Die Art, Landwirtschaften zu betreiben müsste sich verändern: von Bewässerung, über Tierarten, bis hin zu Düngemitteln.
Manche Industrien trifft es mehr, andere weniger, manchen bietet die Umstellung sogar einen Vorteil.
Es würde einen Rückgang der Öl-und Gasindustrie geben. Aber genauso wie jetzt, müssten wir den Mitarbeitern dieser Industrien helfen. Auch für sie werden wir einen Platz schaffen.

„Es sind viele Dinge, die sich schnell verändern könnten, weil wir ja schon wissen, was zu tun ist. Im Rahmen der derzeitigen Krise, der derzeitigen Angst um unsere Existenz, entwickeln Entscheidungsträger in kürzester Zeit Strategien und setzen diese um. Für den Klimawandel gibt es auch Maßnahmen und Richtlinien, nur wurden diese nie durchgeführt.

Nach und nach haben Länder den Klima-Notstand ausgerufen. Die einen handeln schneller, die anderen langsamer. Im Großen und Ganzen ist die Reaktion aber niemals vergleichbar mit der, des Coronavirus!
Zum Teil liegt das wahrscheinlich daran, dass der Klimawandel für die meisten Menschen nicht spürbar ist. Nicht spürbar, obwohl uns Katastrophen, wie Waldbrände und Hochwasser, laufend zu Bedenken geben sollten..
Eine weitere offensichtliche Herausforderung:
Im Kampf gegen den Klimawandel glauben mächtige Unternehmen vielleicht viel zu verlieren. Im Falle des Coronavirus stellt sich diese Frage nicht, da der Druck, das Problem zu beheben viel zu groß ist.

„Die Gewohnheit, alles beim Alten zu lassen, ist das, was die den Klimawandel von der derzeitigen Krise unterscheidet“, so Boeve.“Doch das wird sich ändern. Und das ändert sich bereits. Es ist schon viel schwieriger auf politischer Ebene Investitionen in fossile Brennstoffe rechtfertigen.
Wir sehen einen Wandel.“

Wenn wir eines aus dieser Situation mitnehmen können: Gemeinsam können wir die wohl größte Challenge aller Zeiten meistern!
Together. For the future of tomorrow.

Ressourcen:
https://350.org
https://www.fastcompany.com/90457520/footprint-most-innovative-companies-2020


newsletter

Du willst immer am Laufenden bleiben. Trage deine Email ein, und du bekommst exklusive Insider Einblicke in das Blue Monday Project.